Gebärmutterhalskrebs:
Europaweite Aufklärungsaktionen gestartet
ZERVITA leistet in Deutschland Aufklärungsarbeit / Erweitertes Internet-Portal für Mädchen
Marburg/Tübingen, 14. Februar 2008
In ganz Europa erkranken jährlich etwa 50.000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, etwa 25.000 sterben daran. In Deutschland sind pro Jahr 6.500 Frauen betroffen. Dabei könnten die meisten Fälle durch Vorbeugung und Früherkennung verhindert werden.
Aus diesem Grund hat die European Cervical Cancer Association (ECCA) die „STOP Gebärmutterhalskrebs“-Petition gestartet. Die Unterzeichner fordern das Europäische Parlament, die Europäische Kommission und alle nationalen Regierungen auf, organisierte Gebärmutterhalskrebs-Vorbeugungsprogramme einzuführen. Die Petition wurde während der 2. Europäischen Woche der Gebärmutterhalskrebs Prävention (ECCPW) Ende Januar in Brüssel an die politisch Verantwortlichen übergeben. Zudem wurden europaweit für das Jahr 2008 zahlreiche Aktionen angestoßen, die das Bewusstsein für die Vorbeugung und Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs in der Bevölkerung und bei den politisch Verantwortlichen erhöhen sollen.
In Deutschland findet beispielweise am 17. Februar unter dem Motto „Den Krebs bekämpfen – Forschung für den Menschen“ der „Tag der Gesundheitsforschung“ statt. Daran beteiligen sich unter anderem die Charité – Universitätsmedizin Berlin – und das Südwestdeutsche Tumorzentrum am Universitätsklinikum Tübingen mit speziellen Informationsveranstaltungen.
Des Weiteren leistet die Projektgruppe ZERVITA, die auf Initiative des Tübinger Virologen Professor Thomas Iftner gegründet wurde, wissenschaftlich fundierte, verbrauchergerechte Aufklärungsarbeit über Vorbeugung und Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs in Zusammenarbeit und Abstimmung mit Vertretern wissenschaftlicher Fachgesellschaften, Berufsverbänden und Krebsorganisationen.
Informationen für Frauen, Mädchen und Fachkreise
ZERVITA bietet auf der Homepage www.zervita.de umfangreiche Informationen für Frauen und Mädchen, Fachkreise und Journalisten. Das Online-Angebot umfasst neben ausführlichen, fundierten Informationen zu Vorbeugung, Früherkennung und Behandlung von Gebärmutterhalskrebs sowie zur HPV-Impfung aktuelle Meldungen aus Wissenschaft und Forschung, einen Download-Service und einen Veranstaltungskalender, unter anderem mit weiteren Informationen zu den Veranstaltungstagen zum „Tag der Gesundheitsforschung“.
Neu auf www.zervita.de ist das erweiterte Internet-Portal „Zervi“, das sich speziell an junge Mädchen richtet. „Das Portal bietet zielgruppengerecht aufbereitete Informationen zu allen Fragen, die Mädchen in der Pubertät bewegen. Mädchen können hier ungezwungen ,stöbern’ und sich über den Körper, Liebe, Sexualität oder den ersten Besuch beim Frauenarzt informieren“, erläutert Dr. Gisela Gille von der Ärztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsförderung der Frau e.V., ebenfalls Mitglied von ZERVITA. Zwei Frauenärzte beantworten per Video Fragen, die Mädchen in der Pubertät interessieren. In einem Infofilm der Deutschen Krebshilfe sind Informationen über die vorbeugende HPV-Impfung, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) allen Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren empfohlen wird, anschaulich dargestellt. Ein illustriertes Wörterbuch erklärt in verständlicher Sprache alle möglichen Begriffe rund um das Thema Sexualität.
„Die Information junger Mädchen über die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs und über die vorbeugende Impfung gegen die sexuell übertragbaren HPV-Viren bedarf einer besonderen Sensibilität“, erklärt Dr. Manfred Steiner, Vorsitzender des Berufsverbandes der Frauenärzte – Landesverband Baden-Württemberg – und Mitglied der Projektgruppe ZERVITA.
Neben dem ZERVITA-Internet-Portal steht der Krebsinformationsdienst KID als ZERVITA-Projektpartner für individuelle Anfragen zu Gebärmutterhalskrebs unter der kostenfreien Rufnummer 0800-420 30 40 täglich von 8 bis 20 Uhr zur Verfügung. Ein Flyer mit kompakten Informationen über Vorbeugung und Früherkennung von Gebärmutterkrebs wird bundesweit über die ZERVITA Pressestelle im Deutschen Grünen Kreuz sowie über Apotheken und Arztpraxen verteilt. Darüber hinaus ist für 2008 eine ausführliche Informationsbroschüre zum Thema „Gebärmutterhalskrebs – Früherkennung und Prävention“ für Interessierte geplant.
Die Aufklärungskampagne der Projektgruppe ZERVITA wird im Rahmen des Projekts INCA (The role of chronic INfections in the developement of CAncer) von der Europäischen Union gefördert.
Weitere Informationen auf www.ecca.info
