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ZERVITA fordert die HPV-Impfung für Jungen

ZERVITA fordert die HPV-Impfung für Jungen

30.01.2017 | Auf Grund des gesundheitlichen Vorteils fordert ZERVITA eine positive STIKO-Empfehlung, die auch die Impfung der Jungen beinhaltet

ZERVITA fordert die HPV-Impfung auch für Jungen

Die Impfung gegen Humane Papillomviren ist und bleibt ein viel diskutiertes Thema. Trotz mancher Gegenstimmen ist eines sicher:
Die Impfung wirkt und der seit 2016 erhältliche Neunfach-Impfstoff schützt wahrscheinlich vor bis zu 90% der Gebärmutterhalskarzinome und weiteren durch HPV ausgelösten Tumoren. Gardasil und Gardasil9 schützen außerdem vor den Hauptauslösern von Genitalwarzen. Mädchen können sich so seit 2006 vor diesen häufigen Erkrankungen durch die Impfung schützen.
Aber warum nicht auch die Jungen?

Mittlerweile weiß man, dass die Humanen Papillomviren nicht nur Auslöser von Gebärmutterhalskrebs sind, sondern auch Analkrebs, Peniskrebs, Vulvakrebs, Vaginalkrebs und Krebsformen im Mund-Rachen-Bereich verursachen. Bei Männern, die Sex mit Männern haben, ist Analkrebs fast so häufig wie Gebärmutterhalskrebs bei Frauen.
Die Impfung würde auch hier voraussichtlich vor den HPV-assoziierten Krebserkrankungen schützen. In randomisierten kontrollierten Studien konnte die Wirksamkeit gegen Genitalwarzen und Vorstufen des Analkarzinoms bei Jungen und jungen Männern durch Gabe von Gardasil gezeigt werden (Giuliano et al.: N Engl J Med 2011 Feb 3;364(5):401-11).

Alle HPV-Impfstoffe sind ab dem Alter von neun Jahren zugelassen, auch für Jungen. Von den Krankenkassen werden die Kosten jedoch in Deutschland dafür bisher nicht übernommen. Doch schon seit langem gibt es Forderungen und Initiativen für die Impfung von Jungen, bspw. von der Stiftung Männergesundheit, der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU), des Berufsverbands der Deutschen Urologen e.V. (BDU) und der Sächsischen Impfkommission, welche die Impfung in Sachsen bereits seit 2013 empfiehlt.

In der Schweiz wird seit Juli 2016 die HPV-Impfung auch bei Jungen von den Krankenkassen übernommen. In Österreich ist dies im Rahmen eines Schulimpfungsprogrammes bereits seit 2014 der Fall.

Neben dem individuellen Schutz durch die HPV-Impfung könnte so außerdem die Übertragungsrate gesenkt werden. Zusätzlich erhöht die Impfung nämlich den Schutz des Einzelnen in der allgemeinen Bevölkerung durch die so genannte Herdenimmunität. Das bedeutet, dass der Schutz der Gesamtbevölkerung vor der Ausbreitung und Ansteckung mit der Impfrate zunimmt. Lassen sich ausreichend viele Menschen impfen, so kann für einige Krankheiten sogar verhindert werden, dass sie weiterhin auftreten, wie am Beispiel der Pocken gezeigt wurde.

ZERVITA fordert auf Grund dieses gesundheitlichen Vorteils eine STIKO-Empfehlung, die die Impfung der Jungen beinhaltet und die Einführung von Schulimpfungsprogrammen.


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