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Impfung gegen Humane Papillomviren

Bisher wurden drei HPV-Impfstoffe (Gardasil®, Gardasil®9und Cervarix®) entwickelt, die alle vor einer Infektion mit den zwei häufigsten Krebs verursachenden HPV-Typen (HPV 16 und 18) schützen. HPV 16 und 18 sind zusammen für etwa 70 Prozent der Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich.

In Studien verhinderten die Impfstoffe erfolgreich anhaltende Infektionen mit HPV 16 und 18 sowie durch diese HPV-Typen verursachte Krebsvorstufen.
Cervarix ist ein Zweifachimpfstoff, der zuverlässig vor einer Infektion mit den HR-Viren 16 und 18 schützt. Zum Teil schützt er auch gegen Infektionen mit Hochrisikotypen, die nicht im Impfstoff enthalten sind (Kreuzprotektion).
Der Vierfachimpfstoff Gardasil bietet zuverlässigen Schutz vor den HR-Viren 16 und 18, sowie vor den HPV-Typen 6 und 11, die die Hauptverursacher harmloser, aber lästiger genitaler Warzen (Feigwarzen, Kondylome) sind. Im Rahmen der Kreuzprotektion schützt er gegen einen weiteren krebsauslösenden HPV-Typ.
Gardasil 9 schützt im Vergleich zu Gardasil vor 5 weiteren HPV Hochrisiko Typen. Die insgesamt 7 Hochrisiko-Typen (16, 18, 31, 33, 45, 52, und 58), gegen die der Impfstoff schützt, sind gemeinsam für fast 90% der Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich.

Gardasil wurde in Deutschland im September 2006 zugelassen, Cervarix im Oktober 2007 und Gardasil 9 ist seit Juni 2016 auf dem Markt erhältlich.

Optimaler Impfschutz der HPV-Impfung

HPV Impfungen Mindestzeitraum

Mädchen sollten am besten vor dem ersten sexuellen Kontakt geimpft werden, denn der Impfschutz ist am besten, wenn noch keine Infektion mit HPV-Impftypen 16 und 18 sowie im Fall von Gardasil, zusätzlich HPV 6 und 11 stattgefunden hat. Für einen optimalen Impfschutz sind altersabhängig zwei bis drei Injektionen des Impfstoffs innerhalb von 6 Monaten erforderlich.
Ab einem Alter von 14 Jahre (Gardasil) bzw. 15 Jahre (Cervarix) erfolgt die Grundimmunisierung durch drei Impfdosen innerhalb von sechs Monaten (Monate 0-1-6  bei Cervarix, Monate 0-2-6 bei Gardasil).
Für Kinder von neun bis 13 Jahre (Gardasil) bzw. 14 Jahre (Cervarix) ist seit Anfang 2014 ein 2-Dosen-Schema zugelassen, wobei sechs Monate nach der Erstinjektion das zweite Mal geimpft wird.
Ein HPV-Test vor der HPV-Impfung wird nicht empfohlen.

Ziel der HPV-Impfung

Die HPV-Impfung soll die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs verhindern, der durch Infektion mit HPV 16 und 18 verursacht wird. Sie kann die Pap-Abstrichuntersuchung aber nicht ersetzen, denn etwa 30 Prozent der Zervixkarzinome werden durch andere HPV-Typen verursacht, gegen die die verfügbaren Impfstoffe nicht wirksam sind. Eine regelmäßige Teilnahme an den Früherkennungsuntersuchungen ist also weiterhin nötig.

Die Nachbeobachtungsdauer der in den Studien geimpften Mädchen und Frauen beträgt bisher mindesten 9 Jahre. Über diesen Zeitraum hielt der HPV-Impfschutz vollständig an. Wie lange der Impfschutz anhält und ob und wann möglicherweise eine Auffrischung erforderlich ist, wird beobachtet.

In Deutschland wird die HPV-Impfung für Jungen derzeit nicht empfohlen. In den USA ist Gardasil seit 2009 zur Verhütung von Genitalwarzen bei Männern und Jungen zugelassen (FDA 2009). Australische Daten belegen, dass durch eine Impfung effektiv Genitalwarzen verhindert werden (Fairely 2009). In weiteren Studien wird untersucht, ob Männer auch vor den möglichen Folgeerkrankungen einer HPV-Infektion wie Peniskarzinom und Karzinom am After (Analkarzinom) geschützt werden können. Sicher ist, dass auch bei Jungen die HPV-Impfung zu einer starken Immunantwort mit Anstieg des Antikörpertiters führt.
Da junge Männer die potienziellen Überträger der HP-Viren sind, und auch im Hinblick auf eine vollständige Durchimpfungsrate, könnte die HPV-Impfung für alle sexuell aktiven Personen sinnvoll sein.

Weitere Informationen

  • KIGGS Welle 1 -
    Studie zur Gesundheit von Kindern & Jugendlichen in Deutschland

    Mit KiGGS Welle 1 hat das Robert Koch-Institut von Juni 2009 bis Juni 2012 umfassende und repräsentative Daten zur Gesundheit der in Deutschland lebenden Kinder und Jugendlichen gesammelt. Bezüglich der HPV Impfung bei Mädchen ergab die Studie folgendes:

    • 39,5% der 14- bis 17-jährigen Mädchen in Deutschland erhielten die vollständige Impfung mit drei Dosen (52,6% wurden mindestens einmal gegen HPV geimpft).
    • Der Anteil der geimpften Mädchen steigt mit dem Alter an.
    • Mädchen mit niedrigem oder mittlerem Sozialstatus wurden häufiger geimpft, als Mädchen mit hohem Sozialstatus.
    • Mädchen sollten frühzeitig über HPV und den möglichen Schutz informiert werden.
    • Ziel ist, die Impfung noch vor dem ersten sexuellen Kontakt zu vervollständigen, um das Risiko einer Gebärmutterhalserkrankung zu senken.

    Weiterführende Links:
    - Studienbeschreibung
    - Faktenblatt zur HPV-Impfung

  • Postkonisationsprophylaxe - Impfung hilft nach Therapie:
    Betroffene Patientinnen, denen Zellveränderungen am Gebärmutterhals chirurgisch entfernt wurden, haben ein besonders hohes Risiko eine Reinfektion durch HPV zu erleiden. Die HPV-Impfung nach einem solchen Eingriff trägt dazu bei, das Wiedererkrankungsrisiko dieser Frauen deutlich zu senken.
    Weitere Informationen zur Postkonisationsprophylaxe finden Sie hier.