Hotline

Individuelle Informationen beim KID:
Telefon: 0800 - 420 30 40
Ausland: 0049 - 62 21 - 99 98 000
krebsinformationsdienst@dkfz.de

Schließen
 
Nimm mit uns Kontakt auf!
Gerne auch anonym

Offene Fragen zur HPV-Impfung

Obwohl die Ergebnisse der Studien mit den ersten HPV-Impfstoffen vielversprechend waren, sind noch einige weitere Fragen zu beantworten, um Kosten und Nutzen von Impfprogrammen gegen HPV endgültig abschätzen zu können.

Dauer des sicheren HPV-Impfschutzes?

So ist derzeit noch nicht bekannt, wie lange der sichere Impfschutz anhält und ob und nach welcher Zeit eine Auffrischung erforderlich ist. Die Nachbeobachtungsdauer bei den im Rahmen von Studien geimpften Mädchen und Frauen beträgt bisher maximal 9 Jahre. Über diesen Zeitraum hielt der Impfschutz an.
In einer Untersuchung konnte durch erneute "Herausforderung" des Immunsystems mit dem Impfstoff fünfeinhalb Jahre nach der HPV-Impfung eine starke Immunantwort ausgelöst werden, was für einen über diese Zeit hinausgehenden Impfschutz spricht (Olsson et al. 2007). Dies muss aber weiter untersucht werden.

Auswirkung der HPV-Impfung von Jungen

In den USA ist Gardasil seit 2009 zur Verhütung von Genitalwarzen bei Männern und Jungen zugelassen (FDA 2009). Australische Daten belegen, dass durch eine Impfung effektiv Genitalwarzen verhindert werden (Fairely 2009). Darüber hinaus ist durch Studien noch nicht belegt, ob sie durch die Impfung auch vor den möglichen Folgeerkrankungen einer HPV-Infektion wie Peniskarzinom und Karzinome am After (Analkarzinom) geschützt werden. Für Jungen wird die HPV-Impfung in Deutschland derzeit nicht empfohlen.

Bereitschaft zur HPV-Impfung

Für einen Erfolg hinsichtlich der Senkung der Erkrankungszahlen an Krebsvorstufen der Zervix, dem Zervixkarzinom und der Sterblichkeit durch diese Krebserkrankung wird die Bereitschaft zur HPV-Impfung eine wesentliche Rolle spielen – angesichts der viel beklagten "Impfmüdigkeit" in Deutschland eine noch unbekannte Größe.
Arbeiten aus Deutschland zeigen die höchste Akzeptanz bei Kindern von Akademikerinnen, sowie bei Gymnasiasten (Klug et al 2009).