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FAQ - Häufig gestellte Fragen

Humane Papillomviren

Was sind Humane Papillomviren (HPV) ...

... und warum sind sie von medizinischer Bedeutung?

• Humane Papillomviren (HPV) sind kleine DNA-Viren die Papillome Krebsvorstufen (Dysplasien CIN) bis hin zu Krebs im Anogenitalbereich hervorrufen können.
• Über 130 HPV-Typen sind bisher identifiziert von denen die meisten in ihrer genetischen Struktur vollständig beschrieben sind. Die verschiedenen HPV-Typen unterscheiden sich leicht in ihrer genetischen Struktur.
• Die meisten HPV-Typen infizieren die Haut außerhalb des Anogenitaltraktes (Gesicht Hände Füße etc.). Etwa 40 HPV-Typen infizieren fast ausschließlich die Haut oder Schleimhaut im Bereich des Anogenitaltraktes.
• Die Viren sind weit verbreitet. Viren im Anogenitalbereich werden vornehmlich durch genitalen Kontakt am häufigsten beim Geschlechtsverkehr (vaginal anal) übertragen.
• Nahezu alle HPV-Typen besitzen die Eigenschaft auf ein bestimmtes Gewebe beschränkt zu sein. So können Viren die Hand- und Fußpapillome verursachen im Allgemeinen nicht zu Genitalwarzen oder zum Zervixkarzinom führen und umgekehrt.
• Jeder der sexuellen Kontakt mit einer HPV-infizierten Person hatte kann sich selbst infizieren und die Viren bei erneutem sexuellem Kontakt an eine andere Person weitergeben.

Da die Infektion über viele Jahre unbemerkt bestehen kann können auch symptomlose Personen Überträger sein. Die meisten HPV-Infektionen der Schleimhäute verursachen keine Symptome und verschwinden von selbst wieder. Einige Typen (v.a. HPV 16 und 18) können jedoch bei Frauen ein Zervixkarzinom verursachen. Es ist inzwischen gut belegt dass Humane Papillomviren außer an der Entstehung des Zervixkarzinoms auch an der Entstehung von Anal- Vulva- Penis- und einigen Oropharynxkarzinomen (weicher Gaumen Zungenbasis und Gaumenmandeln) beteiligt sein können.

Welcher Zusammenhang besteht zwischen HPV-Infektionen...

... und einem Zervixkarzinom?

• Einige HPV-Typen können Zellen der Zervix infizieren und dort Zellveränderungen hervorrufen.
• In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle kann das Immunsystem eine HPV-Infektion erfolgreich bekämpfen. Die Viren sind dann nicht mehr nachweisbar. Sind die HP-Viren verschwunden normalisiert sich das Zellbild wieder.
• Manchmal aber bleibt die HPV-Infektion länger bestehen: Sie persistiert und verursacht ausgeprägtere Zellveränderungen an der Zervix (Dysplasien CIN).
• Aus unbehandelten Zellveränderungen kann sich ein Zervixkarzinom entwickeln.


Infektion mit HPV

Wie häufig sind HPV-Infektionen?

Etwa 70 Prozent der Frauen infizieren sich irgendwann einmal in ihrem Leben zumeist schon bei den ersten intimen Kontakten mit HPV. Jeder Mensch der genitalen Kontakt mit einer anderen Person hat kann sich mit HPV infizieren. HPV-Infektionen sind am häufigsten zu finden bei sexuell aktiven jungen Menschen bis Mitte 20.

Wie entstehen dadurch die Zellveränderungen an der Zervix?

Voraussetzung für eine Infektion mit HPV ist dass sich das Virus an eine bestimmte Oberflächenstruktur der Epithelzelle der Zervixschleimhaut (überwiegend in der Übergangszone) anheftet und dadurch einen Prozess in Gang setzt der die Aufnahme in die Zelle bewirkt. Dies kann schon durch kleine Verletzungen der Zelle zum Beispiel während des Sexualkontaktes passieren. Ist das Virus in die Epithelzelle eingedrungen löst sich seine Hülle auf und das genetische Material des Virus (DNA) gelangt in den Zellkern.
Daraufhin veranlasst die Virus-DNA die infizierte Zelle bestimmte Eiweißstoffe zu bilden. Diese Proteine setzen körpereigene Mechanismen außer Kraft die normalerweise dafür sorgen dass genetisch beschädigte Zellen nicht weiter wachsen. Dies kann zu unkontrolliertem Zellwachstum und damit zu Krebs führen.

Können HPV-Infektionen behandelt werden?

Es gibt derzeit keine Behandlung für HPV-Infektionen wie die Gabe von Antibiotika bei einer Infektion durch Bakterien. Es gibt aber Behandlungsmöglichkeiten für die durch HPV hervorgerufenen Erkrankungen: Warzen Zellveränderungen an der Zervix (Dysplasien CIN) sowie Zervix- Vulva- Vaginal- Analkarzinom und Karzinomen im Kopf-Hals-Bereich.


Impfung gegen HPV

Warum wird die HPV-Impfung für so junge Mädchen empfohlen?

Idealerweise sollten Mädchen/Frauen die HPV-Impfung vor ihrem ersten sexuellen Kontakt erhalten da die Viren beim Geschlechtsverkehr übertragen werden. Denn die Impfung ist nur wirkungsvoll wenn die Mädchen/Frauen noch nicht mit einem der HPV-Typen vor denen die Impfung schützen soll infiziert sind.

Profitieren auch Frauen die bereits mit HPV Kontakt hatten?

Auch sexuell aktive Frauen die bereits Kontakt mit HPV hatten können von der Impfung profitieren. Allerdings nur von einer Impfung gegen die HPV-Typen mit denen sie sich noch nicht infiziert haben.

Welche Nebenwirkungen können bei der Impfung auftreten?

Generell gilt der Impfstoff als sehr gut verträglich. Die häufigsten beobachteten Nebenwirkungen die bei mehr als einer von zehn geimpften Patientinnen auftraten sind Hautreaktionen an der Einstichstelle (Rötung Schmerzen Schwellung) und eine vorübergehende Temperaturerhöhung. Da der Impfstoff nur aus leeren Virushüllen (Eiweiß) besteht und kein Erbmaterial des Virus enthält kann eine Impfung keine Infektion auslösen.


Impfung und Früherkennungsuntersuchung

Sollten man vor der Impfung einen HPV-Test machen lassen?

Das NCI (National Cancer Institute) hält es nicht für ratsam vor einer Impfung generell zu testen. Der derzeit zur Verfügung stehende Test gibt nur Aufschluss darüber ob eine Frau zum Zeitpunkt des Tests mit einem der HPV-Typen infiziert ist gegen die sie geschützt werden soll. Eine Auskunft über frühere Infektionen erfolgt nicht.

Ersetzt die Impfung die Krebs-Früherkennungsuntersuchung?

Nein! Es gibt drei wesentliche Gründe warum Frauen zusätzlich zur Krebs-Früherkennungsuntersuchung gehen sollten:
• Die Impfung schützt nur vor den Hochrisiko-Typen (HR-HPV) 16 und 18. Diese sind für 70 Prozent der Zervixkarzinome verantwortlich. Für geimpfte Frauen bleibt daher ein Restrisiko durch persistierende Infektionen mit anderen HR-HPV an einem Zervixkarzinom zu erkranken.
• Manche Frauen erhalten nicht den kompletten Impfschutz weil sie etwa nicht alle drei Impftermine wahrnehmen oder nicht in der richtigen zeitlichen Abfolge.
• Die Impfung gegen onkogene HP-Viren bleibt nach den vorliegenden Studienergebnissen wirkungslos wenn bereits eine Infektion mit den HP-Viren besteht vor denen die Impfung schützen soll.