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Mittwoch, 18. April 2018

HPV-Impfung in Zukunft auch für Jungen

Lange wurde sie gefordert, nun ist sie endlich in greifbarer Nähe: die STIKO-Empfehlung, auch Jungen gegen Humane Papillomviren zu impfen.

Im vergangenen Jahr hatte Zervita einen Aufruf für die Empfehlung der HPV-Impfung für Jungen gefordert und war damit nicht allein. Die Sächsische Impfkommission empfiehlt die Impfung in Sachsen bereits, ebenso wie unsere Nachbarn in Österreich und der Schweiz. Zugelassen sind nämlich alle HPV-Impfstoffe auch für Jungen ab dem Alter von neun Jahren längst, jedoch wurden von den Krankenkassen die Kosten in Deutschland dafür bisher nicht übernommen. Seit 2006 gibt es in Deutschland die Impfung für die Mädchen. Gestern hat sich nun die STIKO (Ständige Impfkommission) grundsätzlich dafür entschieden, künftig die HPV-Impfung auch für Jungen zu empfehlen. Nun berät der Gemeinsame Bundesausschuss über die wirtschaftlichen Konsequenzen.


Ein Argument für die alleinige Impfung der Mädchen war bisher, auf diese Weise das Vorkommen von HPV bei sexuell aktiven jungen Frauen so sehr abzusenken, dass diese die jungen Männer nicht mehr anstecken können. Doch die Impfquoten für diesen Herdenschutz blieben zu niedrig. Anders war dies bspw. in Australien. Dort konnte die Neuerkrankungsrate an Genitalwarzen durch die hohen Impfquoten drastisch gesenkt werden, auch bei den Nicht-Geimpften. Hier wurde also erreicht, dass mit der Impfung der Schutz der Gesamtbevölkerung vor der Ausbreitung und Ansteckung zunahm. Lassen sich ausreichend viele Menschen impfen, so kann für einige Krankheiten sogar verhindert werden, dass sie weiterhin auftreten, wie am Beispiel der Pocken gezeigt wurde.

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist außerdem, dass HPV nur Gebärmutterhalskrebs auslösen kann. Mehr als 40 Prozent aller HPV-bedingten Tumoren entstehen aber nicht am Gebärmutterhals, sondern anderswo, und fast jeder fünfte Patient mit einem HPV-Tumor ist männlich. Es geht also nicht nur um Gebärmutterhalskrebs, sondern auch um Analkrebs, Peniskrebs, Vulvakrebs, Vaginalkrebs und Krebsformen im Mund-Rachen-Bereich. Gerade bei Letzteren wird eine deutlich steigende Neuerkrankungsrate beobachtet. In Deutschland werden mittlerweile bis zu 60 Prozent dieser so genannten Oropharynxkarzinome durch eine Infektion mit dem humanen Papillomvirus (HPV) Typ 16 verursacht.
Bei Männern, die Sex mit Männern haben, ist Analkrebs fast so häufig wie Gebärmutterhalskrebs bei Frauen. Die Impfung würde auch hier voraussichtlich vor den HPV-assoziierten Krebserkrankungen schützen.

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