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HPV-Impfstoffe

In Studien verhinderten die Impfstoffe erfolgreich anhaltende Infektionen mit HPV 16 und 18 sowie durch diese HPV-Typen verursachte Krebsvorstufen. Bisher wurden drei HPV-Impfstoffe (Gardasil®, Gardasil®9 und Cervarix®) entwickelt, die alle vor einer Infektion mit den zwei häufigsten Krebs verursachenden HPV-Typen (HPV 16 und 18) schützen.

Gardasil wurde in Deutschland im September 2006 zugelassen, Cervarix im Oktober 2007 und Gardasil 9 ist seit Juni 2016 auf dem Markt erhältlich.

Gardasil® 9

Mitte des Jahres 2016 kam der neue nonavalente Impfstoff Gardasil® 9 von Sanofi Pasteur MSD auf den Markt.
Dieser schützt im Vergleich zu Gardasil vor fünf weiteren HPV-Hochrisiko-Typen. Die insgesamt sieben Hochrisiko-Typen (16, 18, 31, 33, 45, 52, und 58), in diesem Impfstoff, sind gemeinsam für fast 90% der Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich. Außerdem wird mit dem Impfstoff auch weiterhin den beiden häufigsten Genitalwarzen auslösenden HP-Viren 6 und 11 vorgebeugt, welche zu den Niedrigrisiko-Typen gehören
Gardasil 9 wird für Mädchen zwischen 9 und 14 Jahren in einem Zwei-Dosen Schema empfohlen, ab 15 Jahren in einem Drei-Dosen Schema.
Sanofi Pasteur MSD hat versichert, dass Gardasil 9 bezüglich Wirksamkeit und Immunogenität alle angestrebten Ziele erfüllt hat. Das Sicherheitsprofil entspricht dem von Gardasil.

Gardasil®

Der Vierfachimpfstoff Gardasil® richtet sich gegen die Hochrisiko-Typen 16 und 18 und gegen die Niedrigrisiko-Typen 6 und 11. Gardasil ist von der Europäischen Arzneimittelbehörde (European Medicines Agency EMEA) seit September 2006 zugelassen zur Vorbeugung von hochgradigen Zellveränderungen (Dysplasien, Krebsvorstufen) der Zervix (CIN 2 und 3), Zervixkarzinomen sowie hochgradigen Dysplasien im äußeren Genitalbereich (Vulva), die durch die HPV-Typen 16 und 18 verursacht werden können. Zusätzlich schützt er im Rahmen der Kreuzprotektion gegen weitere krebsauslösende HPV-Typen.
Außerdem schützt Gardasil vor Genitalwarzen (Feigwarzen, fachsprachlich Condylomata accuminata), die als Folge einer Infektion mit den HPV-Typen 6 und 11 entstehen können. Im Juni 2014 erhielt Gardasil von der European Medicines Agency (EMA) die erweiterte Zulassung zur Prävention analer präkanzerösen Läsionen und des Analkarzinoms.

Cervarix®

Der bivalente Impfstoff Cervarix® wurde im September 2007 in Europa zugelassen. Er schützt ebenfalls vor einer Infektion mit den Hochrisiko-Typen 16 und 18 und die dadurch bedingten hochgradigen Zellveränderungen (Dysplasien, CIN 2 und 3, Krebsvorstufen) am Gebärmutterhals und dem daraus entstehenden Gebärmutterhalskrebs. Im Rahmen der Kreuzprotektion schützt der Impfstoff vor weiteren Hochrisiko-Typen, die nicht im Impfstoff vorhanden sind. Diese Kreuzprotektion erstreckt sich unter anderem auch auf die Virustypen 31 und 45, denen ein hohes onkogenes Potential zugesprochen wird.  

Fachinformationen

Sicherheit

Die gentechnisch hergestellten Impfstoffe bestehen aus sogenannten virusähnlichen Partikeln. Diese entsprechen den Eiweißstoffen, aus denen die Virushülle besteht, sie enthalten aber keine Erbinformation der Viren. Daher können sie sich nicht vermehren und keine Infektion auslösen. Sie sind dadurch auch nicht onkogen, d. h. nicht krebsauslösend.

Impfschutz

Für einen optimalen Impfschutz sind altersabhängig zwei bis drei intramuskuläre Injektionen des Impfstoffs innerhalb von 6 Monaten erforderlich – in der Regel in den Oberarm.
Ab einem Alter von 14 Jahre (Gardasil) bzw. 15 Jahre (Cervarix) erfolgt die Grundimmunisierung durch drei Impfdosen innerhalb von sechs Monaten (Monate 0-1-6 bei Cervarix, Monate 0-2-6 bei Gardasil).
Für Kinder von neun bis 13 Jahre (Gardasil) bzw. 14 Jahre (Cervarix) ist seit Anfang 2014 ein 2-Dosen-Schema zugelassen, wobei sechs Monate nach der Erstinjektion das zweite Mal geimpft wird.


Vergleich der Impfstoffe

Es gibt Unterschiede in der Zulassungsindikation, dem Applikationsschema, der Ausprägung der Kreuzprotektion und der "Zubereitung" des Impfstoffs, dem Adjuvans. Weitere Informationen finden Sie in folgenden Publikationen:

Zusammenfassungen des EPAR (European public assessment report) für die Öffentlichkeit

Die European Medicines Agency veröffentlicht auf Ihrer Homepage Informationen zu den drei HPV-Impfstoffen Gardasil9, Gardasil und Cervarix.

Die Zusammenfassungen des EPAR für die Öffentlichkeit für Gardasil9, Gardasil und Cervarix stehen hier zum Download zur Verfügung.