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Abstrichuntersuchung (Pap-Test)

Besondere Bedeutung für die Früherkennung des Zervixkarzinoms kommt dem Zellabstrich zu, dem sogenannten Pap-Test, der in Deutschland im Rahmen des Krebsfrüherkennungsprogramms Frauen ab 20 Jahren jährlich angeboten wird.

Der Name des Tests geht auf den Anatomen George Papanicolaou zurück, der die Methode bereits in den 1940er Jahren in den USA entwickelt hat.

Ablauf eines Pap-Tests

Um den Muttermund und die sichtbaren Anteile des Gebärmutterhalses zu untersuchen, führt der Frauenarzt ein Spekulum in die Scheide ein und entfaltet sie. Auf diese Weise kann er den Muttermund direkt einsehen. Mit einem Spatel streicht der Arzt Zellen aus dem Bereich des Muttermundes (Portio) und mit einem Bürstchen Zellen aus dem Gebärmutterhalskanal (Zervikalkanal) ab. Das Abstrichmaterial wird jeweils auf ein Glasplättchen aufgebracht, haltbar gemacht und zur Untersuchung an ein Labor gesandt.

Diese Begutachtung des Abstrichpräparats unter dem Mikroskop führt ein auf Zelluntersuchungen spezialisierter Arzt, ein Zytologe, durch. Eine spezielle Anfärbung des Abstrichmaterials erleichtert die Beurteilung der Zellen.

Pap Abstrich mit kleiner BürstePap Abstrich mit Spatel

mit der kleinen Bürste

mit dem Spatel

Was ist ein Pap-Test?

  • Zellabstrich vom Muttermund (Portio) und aus dem Gebärmutterhalskanal (Zervikalkanal) im Rahmen der Früherkennung, der mikroskopisch auf Zellveränderungen untersucht wird, die auf Krebsvorstufen hinweisen können.

Abzuklärende Pap-Befunde

Befunde der Gruppen III und III D sind kontrollbedürftig. Je nach Befund wird der Abstrich kurzfristig kontrolliert oder eine Untersuchung des Gebärmutterhalses unter Verwendung einer Lupenvergrößerung (Kolposkopie) mit feingeweblicher Abklärung (Biopsie) durchgeführt. Zusätzlich kann ein Test auf Humane Papilllomviren erfolgen.

Der Befund Pap IV oder Pap V erfordert eine sofortige Abklärung durch Kolposkopie und Biopsie. Das Vorgehen ist unabhängig vom HPV-Befund, ein HPV-Test ist nicht nötig.

Dünnschichtzytologie

Bei der so genannten Dünnschichtzytologie werden die beim Abstrich entnommenen Zellen vor der Untersuchung aus ihrem Verband gelöst, von Blut- und Schleimbeimengungen befreit und "gereinigt". Erst dann werden sie in einer dünnen Schicht auf ein Glasplättchen (Objektträger) aufgebracht und ebenfalls mikroskopisch begutachtet. Bisher ist nicht sicher belegt, dass dieses Verfahren dem klassischen Pap-Test in der Entdeckung von Zellveränderungen überlegen ist (Davey 2006). Es wird im Rahmen der Früherkennung als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) angeboten. Bei der Dünnschichtzytologie kann an demselben Abstrich-Präparat noch ein HPV-Test durchführt werden, wenn dies sinnvoll ist (siehe Folgeuntersuchungen).

Das Ergebniss des zytologischen Abstriches, also das Erscheinungsbild der untersuchten Zellen, wird in verschiedene Gruppen eingeteilt.
In Deutschland erfolgt die Beurteilung nach der Münchener Nomenklatur III, die fünf Befundgruppen - Pap I bis Pap V - unterscheidet.
Hier stehen Ihnen diese ausführlichen Tabellen zur Verfügung.

HPV-Tests können nachweisen, ob Zellen des Gebärmutterhalses mit Humanen Papillomviren (HPV) infiziert sind. Die Tests weisen das Erbgut (DNA) der Viren nach. Auch für diese Untersuchungen werden Zellproben mithilfe eines Abstrichs gewonnen.

International gibt es Früherkennungsmaßnahmen, die sich an den Richtlinien der WHO orientieren.