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"Was wäre passiert, wenn ich nicht zum Arzt gegangen wäre?"

Karola Mangano sagt, dass sie nicht so viel Zeit zum Nachdenken habe. Sie muss sich um Lorenzo, ihren vierjährigen Sohn, kümmern, ihr Mann habe gerade ein Restaurant eröffnet und sie hilft ihm dabei, sie versorgt Haus und Hof, und sie steht jeden Tag am Band in einer Automobilfabrik. Doch was sich bei ihr vor eineinhalb Jahren ereignete, beschäftigt sie noch heute. Ihr Wunsch war es damals, ein zweites Kind zu bekommen. Deshalb ging sie zum Frauenarzt. Doch dann wurde eine ganz andere Geschichte daraus.

Krebsfrüherkennungsuntersuchung

Im Oktober 2007, erzählt sie, wollte sie ihren alten, seit Jahren vertrauten Frauenarzt aufsuchen. Doch der hatte seine Praxis aufgelöst. „Ich stand vor einer geschlossenen Tür, ich wusste von nichts.“ Sie machte daraufhin einen Termin mit einer Frauenärztin aus. Die neue Ärztin habe alle möglichen Untersuchungen gemacht, unter anderem einen Abstrich, das kannte sie ja schon. Man würde sie anrufen, wenn etwas wäre, wurde ihr gesagt. „So weit war noch alles ganz normal“, sagt Karola Mangano: „Man rechnet ja eigentlich nicht damit, dass man wirklich einen Anruf erhält.“

Der Anruf kam. Sie solle noch einmal in die Praxis kommen, mit dem Abstrich sei etwas nicht in Ordnung, er müsse wiederholt werden. Von „höherwertigen Veränderungen“ sei gesprochen worden. Karola Mangano wusste nicht so recht, was das bedeuten solle. Aber sie ahnte, es könne nichts Gutes sein.





Karola Mangano

Produktionsarbeiterin

35 Jahre, ein Kind

Auffällig veränderte Zellen

Auch die mikroskopische Untersuchung des nochmals erfolgten Abstrichs zeigte auffällig veränderte Zellen. Die Ärztin habe sie daraufhin in das Krankenhaus in der Stadt geschickt. Dort sei sie mit einem speziellen Mikroskop gynäkologisch untersucht worden, der Arzt habe irgendeine Lösung aufgetupft, und auf einem Bildschirm über dem gynäkologischen Stuhl konnte sie selbst wenig später einen weißlich veränderten Gewebebezirk erkennen.
Karola Mangano erzählt ihre Geschichte auffällig rasch zu Ende: Es sei dann eine Gewebeprobe genommen worden und die Auswertung habe gezeigt, dass eine Krebsvorstufe vorlag. „Das ist schon ein richtiger Schock, wenn man davon betroffen ist“, sagt sie. Wenig später erfolgte ein chirurgischer Eingriff, „eine Laser-Konisation“, sagt Karola Mangano. Der Arzt habe den verdächtigen Gewebebezirk mit dem Laserstrahl entfernt. Sie sei dazu morgens ins Krankenhaus und nachmittags schon wieder raus. Schmerzen hatte sie keine. Der Arzt riet ihr, sich die nächste Zeit zu schonen. „Gar nicht so einfach, wenn man den ganzen Tag am Band steht“, sagt sie. Sie sei mit leichten Blutungen davon gekommen.

Kontrolluntersuchungen

Was sie beschäftigt ist, dass da unbemerkt etwas in ihr geschlummert habe, das sich langfristig womöglich zu einer schlimmen Sache hätte auswachsen können. So haben es ihr die Ärzte erklärt. „Und was wäre passiert, wenn ich da nicht gerade mit meinem Kinderwunsch zum Arzt gegangen wäre?“, fragt sich Karola Mangano. Was sie außerdem beschäftigt ist, dass das alles durch Viren verursacht sein soll. „Die Viren sind in dem Gewebe drin“, habe die Frauenärztin gesagt. „Davon hatte ich noch nie gehört“, meint Karola Mangano: „Grippe, ja, Erkältungen, ja, – aber Krebs durch Viren? Das gibt es doch gar nicht." Die Frauenärztin hat ihr alles erklärt, und das habe sie „ganz doll beruhigt“. Und dann, sagt Karola Mangano, beschäftigte sie „natürlich“ auch immer wieder die Frage: „Warum denn eigentlich ich?“

Die Viren, sagt sie, die seien immer noch da – aber nicht die schlimmen. Alle sechs Monate habe sie eine Kontrolluntersuchung, da erfolge auch ein Test auf die Viren. Sie gehe „mit Angst dahin“. Was wird wohl dabei herauskommen? Aber sie fühle sich dennoch „in guten Händen: wenn da was ist, das finden die sicher gleich heraus“.


Und ihr Kinderwunsch?

Und ihr Kinderwunsch? Die Ärzte, sagt sie, hätten ihr geraten, mit einer erneuten Schwangerschaft noch ein wenig zu warten. Sie habe jetzt ein wenig Scheu davor, schwanger zu werden: „Man hat mir gesagt, dass man die Kontrolluntersuchungen dann nicht mehr machen könne.“ Aber vielleicht, hofft sie, sind die Viren beim nächsten Kontrolltermin ja alle weg.


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