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Mädchensprechstunde

Als Mädchen steht früher oder später der erste Frauenarztbesuch an. Ein ganz bestimmtes Alter kann man dafür nicht angeben, und kein Mädchen muss einfach so zur Kontrolle zum Frauenarzt, wenn es davor noch nie da war. Aber: Immer wenn du Fragen hast, wenn dich etwas beunruhigt oder wenn du Beschwerden hast, dann solltest du nicht unnötig lange zögern, sondern zu einem Frauenarzt/ einer Frauenärztin gehen.

Ein paar Fragen von Mädchen haben wir hier gesammelt. Vielleicht helfen sie dir ja weiter!

Fragen zu Gebärmutterhalskrebs und HPV

Was sind Humane Papillomviren (HPV)?

Humane Papillomviren (kurz HPV) sind kleine, sexuell übertragbare Viren, die Warzen und Krebsvorstufen bis hin zu Krebs verursachen können. Der Krebs entsteht meistens im Bereich der Geschlechtsteile und des Darmausganges oder im Mund-/ Rachenraum. Es sind derzeit über 150 verschiedene HPV-Typen bekannt, wobei nur ein Teil der Viren die Haut oder Schleimhaut in diesem Bereich infiziert. Andere Typen infizieren die Haut z.B. der Hände, Füße oder des Gesichts und machen dort Warzen.

HP-Viren verursachen nur lokale Infektionen, das heißt sie breiten sich nicht auf weiter entfernte Organe oder Gewebe aus. Eine lang andauernde Infektion mit bestimmten Typen der Humanen Papillomviren ist die notwendige Voraussetzung für das Entstehen von Gebärmutterhalskrebs.

Hier findest du noch mehr über den HP-Virus

Was sind Gering- und Hochrisiko-HPV-Typen?

Die verschiedenen HPV-Typen können in zwei Gruppen eingeteilt werden: Gering- und Hochrisiko-Humane Papillomviren. Die Einteilung erfolgt aufgrund der Schwere der Erkrankungen die der jeweilige HPV-Typ auslöst. Dabei würde man also HPV-Typen, die eher genitale Warzen verursachen zu den Geringrisiko (oder LR für low risk) -Typen zählen. Eher krebsauslösende HPV-Typen würde man hingegen als Hochrisiko-Typen (oder HR für high risk) bezeichnen. 

Geringrisiko-HPV-Typen (z. B. 6, 11, 42, 43, 44) werden praktisch nie bei Krebserkrankungen gefunden. Die Geringrisiko-Typen HPV 6 und weniger häufig HPV 11 sind die Hauptverursacher von genitalen Warzen.

Hochrisiko-HPV-Typen (z. B. 16, 18, 31, 33, 35, 39, 45, 51, 52, 56, 58) sind bei 99,7% aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs identifiziert worden.
Die Mehrheit der bösartigen Gebärmutterhalskrebserkrankungen (ca. 70%) wird durch nur 2 Hochrisiko-HPV-Typen (16, 18) hervorgerufen.

Wie ist der natürliche Verlauf einer HPV-Infektion?

Dein Immunsystem wehrt sich natürlich gegen eine Infektion. Daher ist eine HPV-Infektion in der Regel von vorübergehender Natur und heilt in den meisten Fällen spontan innerhalb von 8-14 Monaten aus. Allerdings wird man auch nicht immun, wenn man sich einmal mit dem Virus angesteckt hat. Dies liegt hauptsächlich daran, dass es so viele verschiedene HPV-Typen gibt.

Genitale Warzen können sich nach dem Kontakt mit HPV in einem Zeitraum von 4 Wochen bis 8 Monaten entwickeln. Eine HPV-Infektion kann jedoch bei einem geringen Prozentsatz von Frauen über Jahre und Jahrzehnte hinweg dauerhaft vorliegen, bevor sich Warzen oder eine Veränderung des Gebärmutterhalses entwickeln. Deshalb ist es meistens nicht möglich genau festzustellen, wann oder von wem HPV übertragen wurde.

Ein Risiko zur Entstehung von Gebärmutterhalskrebsvorstufen bzw. Gebärmutterhalskrebs besteht nur bei einer lang andauernden Infektion mit demselben Hochrisiko-HPV-Typ.

Bei der überwiegenden Mehrzahl der infizierten Frauen heilt die Infektion innerhalb von sechs bis 24 Monaten von selbst aus, ohne je bemerkt zu werden.

Schau dir hier den Verlauf genauer an.

Wie verbreitet sind HPV?

Genitale HPV-Erkrankungen sind weit verbreitet. Es handelt sich hier um die häufigste sexuell übertragbare Viruserkrankung und wahrscheinlich die häufigste Geschlechtskrankheit überhaupt.

Viele Schätzungen haben ergeben, dass sich 3 von 4 aller Frauen im Laufe ihres Lebens mal mit HPV anstecken. 
Zellveränderungen, die durch eine HPV-Infektion verursacht wurden, werden bei zirka 2-5 Prozent der Frauen in den Pap-Abstrich Untersuchung gefunden.

Die meisten Menschen, die sich mit HPV anstecken, bemerken dies nicht, da sie keine Anzeichen einer Infektion entwickeln.

Zirka 1-2 Prozent der Bevölkerung leiden unter genitalen Warzen, die durch Niedrigrisiko-HPV-Typen verursacht werden.

Was sind die Symptome von HPV-Infektionen?

HPV verursacht nur selten Symptome.

Genitale Warzen können meist als Erhebung ertastet werden. Kleine Warzen können allerdings auch unbemerkt bleiben.

Manchmal können neu gebildete Warzen und Gebärmutterhalskrebsvorstufen etwas jucken, aber die meisten HPV-Infektionen verursachen weder Juckreiz noch Wund sein, Brennen oder andere Symptome. Wenn solche Symptome auftreten, sollte auch nach anderen Ursachen, wie z. B. einer Pilzinfektion oder Reizung durch die Anwendung von Seife, gesucht werden. Für die Reinigung der Scheide und der Vulva sollte nämlich nur klares Wasser verwendet werden und der Wasserstrahl sollte auch nicht direkt in die Scheide gelangen. Sonst funktioniert die Abwehr von Infektionen nicht mehr richtig und es kann zB auch vermehrt zu unangenehmen Gerüchen.

Symptome wie Blutungen während des Geschlechtsverkehrs, unregelmäßige Blutungen aus der Scheide zwischen den Perioden und dauerhafter außergewöhnlicher Ausfluss - zB unangenehm fischiger Geruch oder grünliche Farbe - ohne Jucken oder Brennen, haben zwar meist andere Ursachen, können aber bei einer Gebärmutterhalskrebserkrankung ebenfalls auftreten.

Wie infiziert man sich mit HPV?

HPV werden hauptsächlich, aber nicht ausschließlich, durch sexuelle Kontakte übertragen.

Da HPV im gesamten Genitalbereich gefunden werden kann, bieten Kondome alleine leider keinen 100% sicheren Schutz vor einer Infektion. Dennoch sind Kondome natürlich sinnvoll, weil sie dich vor anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen und vor einer ungewollten Schwangerschaft schützen.


Fragen zur Periode

Warum bekommt man die Periode?

Der monatliche Zyklus wird gesteuert durch einen Regelkreis, der aus Zentren im Gehirn gesteuert wird. In den Eierstöcken reift dadurch monatlich ein Ei heran und wird an die Eileiter abgegeben - das nennt man Eisprung. Die Eileiter transportieren die Eizellen zur Gebärmutter.

Die Hormone aus den Eierstöcke sorgen dafür, dass sich die Gebärmutterschleimhaut monatlich auf- und abbaut. Ist die Schleimhaut hoch aufgebaut, kann sich eine befruchtete Eizelle einnisten und dort während der Schwangerschaft zu einem Kind heranreifen. Kommt es nicht zur Befruchtung (wenn Du z. B. gar keinen Geschlechtsverkehr hattest) wird dieses Schleimhautbett nicht mehr benötigt und wird unter einen leichten Blutung (= Regel) ausgespült.

Wichtig: Regelblut ist ganz normales sauberes Blut, vermischt mit den Schleimhautanteilen der Gebärmutter. Da wird kein Dreck rausgespült und die Frau reinigt sich nicht monatlich von dem alten Blut!

Mit welchem Alter ist das erste Einsetzen der Periode normal?

Sie tritt so etwa um das 10. - 14. Lebensjahr auf. Wie du sicherlich weißt, kommt bei einigen Mädchen die Regel schon mit 9 Jahren, bei anderen aber erst mit 15 oder 16 Jahren. Sowohl das eine als auch das andere ist normal. Du musst dir also keine Sorgen machen, wenn du z.B. mit 14 Jahren noch nicht so weit entwickelt bist wie andere Mädchen und noch keine Regelblutung hast. Wenn allerdings schon vor mehr als zweieinhalb Jahren deine Brustentwicklung angefangen hat oder wenn die Regelblutung bis zum 16. Lebensjahr noch nicht da ist, dann solltest du zum Frauenarzt gehen und das mit ihm besprechen.

Die ersten Regelblutungen treten meist nicht pünktlich auf. Manchmal kommt die zweite und dritte Blutung erst einige Wochen verspätet. Das muss dich aber nicht beunruhigen. Die Ausreifung des Menstruationszyklus braucht bei einigen Mädchen längere Zeit. Manchmal dauert es sogar bis zu zwei Jahren, bis sich ein üblicher Rhythmus von etwa 28 +/- 3 Tagen eingependelt hat. Oft liegt es daran, dass Eireifung und Eisprung sich noch nicht regelmäßig monatlich vollziehen.

Welche Beschwerden hat man? Was kann man dagegen tun?

Die erste Regelblutung kann plötzlich und ohne Vorwarnung kommen. Fast alle Mädchen bemerken ca. ein Jahr vorher Weißfluss, eine weißlich-gelbliche Absonderungen aus der Scheide. Das ist ganz normal. Einige Mädchen bemerken aber auch schon vorher ab und zu leichte Schmerzen im Unterbauch. Die meisten Mädchen haben aber keinerlei Beschwerden bei der ersten Blutung, und es blutet auch nur schwach für 2 bis 3 Tage.

Einige haben aber auch Schmerzen oder auch recht lange Blutungen von mehr als 6 Tagen. Meistens reicht es schon, wenn du dich mit einer Wärmflasche hinlegst. Auch körperlich Bewegung kann gut tun, weil das ablenkt und entspannt und die Durchblutung fördert.

Wenn du aber starke Beschwerden hast oder wenn du dir Sorgen machst, ob das, was du an dir bemerkst, normal ist, dann solltest du deinen Frauenarzt um Rat fragen. Vielleicht kennt sich dein Frauenarzt auch mit Naturheilmitteln aus. Und sonst gibt es Schmerzmittel, die sehr gut gegen Regelschmerzen helfen.

Kann ich irgendetwas tun, damit ich bald meine Periode bekomme?

Nein. Du musst leider einfach abwarten.

Manche Mädchen bekommen ihre Regelblutung schon mit 9 Jahren, andere warten bis zum 14. oder 15. Lebensjahr. Früher bekamen die Mädchen ihre erste Regel meistens noch deutlich später...! Das ist ganz normal und sollte dich nicht unter Druck setzen.

Auf jeden Fall bemerkst du vorher schon viele Veränderungen an deinem Körper, die Schambehaarung ist schon vollkommen ausgeprägt und auch deine Brüste sind gewachsen. Man geht davon aus, dass spätestens zwei Jahre nach Beginn der Brustentwicklung die Regel da ist. Bis zum 16. Lebensjahr kannst du alles ganz ruhig abwarten.

Kann ich trotz Periode schwimmen?

Ja.

Auch während der Regel kannst du natürlich baden oder duschen und auch ins Schwimmbad gehen. Wasser kann nicht in die Scheide gelangen und es ist auch nicht gefährlich wenn Blut ins Wasser kommt. Allerdings ist es auch nicht besonders hygienisch, wenn alle Menschen in deinem Blut schwimmen und daher solltest du einen Tampon oder Menstruationstasse benutzen.

Was ist besser oder gesünder: Tampons oder Binden?

Tampons:
Vorteile: man kann damit schwimmen
man spürt sie nicht
Nachteile: es ist am Anfang ungewohnt sie ein zu führen
man kann sie nur für 6-8 Stunden drinnen lassen

Binden:
Vorteile: man kann sie so lange man möchte in der Unterhose behalten (gut für nachts geeignet)
Nachteile: da das Blut ja außerhalb vom Körper ist, fängt es auch an zu riechen
man spürt sie in der Unterhose

Es gibt auch noch andere Alternativen. Z.B. 
die Menstruationstasse:
Vorteile: ähnliche Vorteile wie Tampons
umwelttechnisch besser (kein Müll)
günstiger, da sie bis zu 10 Jahre hält (man muss sie nur vor Beginn der Periode und nach dem letzten Gebrauch einmal in kochendem Wasser auskochen)
Nachteile:  es ist am Anfang ungewohnt sie ein zu führen
Man kann sie nur für 6-8 Stunden drinnen lassen

Baumwollbinden
Menstruationsunterhosen
...

Kann man während der Periode schwanger werden?

Ja.

Prinzipiell ist das möglich. Wenn du ausnahmsweise mal einen kürzeren Rhythmus von vielleicht nur drei Wochen hast und der letzte Zyklus etwas länger dauert, dann kann es sein, dass der Eisprung schon in die gerade ausklingende Periode fällt. Sex während der Periode ist also keine sichere Möglichkeit der Empfängnisverhütung.

Kann ich bevor ich meine Periode bekomme schon schwanger werden?

Ja!

Vor dem erste Mal wo du deine Periode bekommst, hast du natürlich auch schon deinen ersten Eisprung und kannst damit schwanger werden. Da du nicht merkst, ob du gerade deinen Eisprung hast oder nicht, solltest du auch bevor du das erste Mal deine Periode hast immer verhüten. Natürlich auch um keine Geschlechtskrankheiten zu bekommen. 


Fragen zum Frauenarztbesuch

Wohin sollte ich bei meinem ersten Frauenarzt-Besuch gehen? Und wann muss ich das überhaupt machen?

WO

Du kannst eigentlich zu jedem Frauenarzt oder jeder Frauenärztin gehen. Welche Ärzte in deiner Nähe sind, kannst du auch im Internet herausfinden. Wenn du noch keinen Frauenarzt kennst, kannst du auch einfach zu dem deiner Mutter gehen. Wichtig ist, dass du dich bei deinem Frauenarzt/ deiner Frauenärztin wohl fühlst, da man manchmal auch sehr persönliche Dinge besprechen muss. Ab 14 Jahren hat dein Arzt auch eine Schweigepflicht gegenüber deinen Eltern, also auch wenn du zum gleichen Arzt gehst wie deine Mutter, darf er ihr nichts über dich erzählen. Wenn du privat versichert bist, gilt das auch für Rechnung. Wenn du zB ein Rezept oder eine Untersuchung bekommst, von der du nicht möchtest, dass es deine Eltern wissen, dann besprich das einfach mit deinem Arzt oder der Sprechstundenhilfe. Sie können dann etwas anderes auf die Rechnung schreiben.

WANN

Die erste Beratung eines Mädchens (das bedeutet nicht Untersuchung) kann aus unterschiedlichen Gründen erfolgen. In ganz jungen Jahren geht es in der Beratung um das Thema Impfen und eventuelle Probleme zB mit der Periode wie Schmerzen oder besonders starke Blutungen.
Später kannst du mit dem Frauenarzt über die Möglichkeiten der Verhütung und Infektionsvorbeugung (AIDS, Hepatitis, HP-Viren, Chlamydien usw.) sprechen. Dies ist natürlich auch schon bei den ersten sexuellen Kontakten wichtig, daher solltest du spätestens dann das erste Mal zum Frauenarzt gehen.

Was wird beim Frauenarzt gemacht? Wo, was und mit welchen Gegenständen?

WAS

Zunächst wirst du dich erst einmal mit deinem Frauenarzt unterhalten. Er wird dich sicherlich nach deiner letzten Periode fragen, daher ist es sinnvoll einen Regelkalender zu führen und ihn dann natürlich auch mit zu bringen. Günstig kann es auch sein, wenn du einen Zettel mit deinen Fragen vorbereitest, damit du in der Aufregung nichts vergisst.

Falls eine Untersuchung notwendig sein sollte oder du sie möchtest, wirst du dich erst einmal in der Umkleidekabine „untenherum“ ausziehen und dann auf dem Untersuchungsstuhl Platz nehmen. Einige Mädchen fühlen sich dann besonders wohl, wenn sie ein möglichst langes T-Shirt oder ein Kleid anhaben. Ein einfühlsamer Frauenarzt wird dir immer erklären, welche Untersuchungsschritte er im Einzelnen vornimmt.

Erst sieht der Frauenarzt nach, ob von außen alles normal und gesund aussieht. Dann muss er sich den Gebärmuttermund genauer ansehen und einen Abstrich nehmen. 

Zum Schluss führt der Arzt noch eine Tastuntersuchung durch, bei der er vorsichtig seine Finger in die Scheide einführt und mit der anderen Hand von außen auf dem unteren Bauch dagegen tastet. So kann er die Lage und Größe Deiner Gebärmutter und Deiner Eierstöcke beurteilen. Auch diese Untersuchung tut nicht weh und ist in erster Linie ungewohnt.

Es kann sein, dass dein Frauenarzt auch noch einen Ultraschall macht, zB wenn du Bauchweh hast. Dabei kann sich der Arzt / die Ärztin wird er / sie sich deine inneren Geschlechtsorgane - Gebärmutter, Eierstöcke, Eileiter - anschauen.

Nach der Untersuchung wird meistens noch die Brust abgetastet, um etwaige Veränderungen auszuschließen.

MIT WAS

Um den Gebärmuttermund zu sehen führt der Arzt / die Ärztin vorsichtig sogenannte Specula (kleine Untersuchungsinstrumente aus Metall) in die Scheide ein. Das macht er behutsam, dann tut das auch nicht weh, sondern ist nur ein bisschen ungewohnt. Nun wird mit einer Art langem Wattestäbchen der sog. Vorsorgeabstrich vom Muttermund entnommen – das spürt man im Allgemeinen jedoch kaum.

Ein Ultraschall wird, wenn du noch keinen Geschlechtsverkehr hattest, mit einem speziellen Gerät durch die Bauchdecke gemacht. Das ist vor allem sehr spannend, weil du dabei auch mit schauen kannst. Wenn du schon Geschlechtsverkehr hattest, kann man die inneren Geschlechtsorgane auch durch die Scheide hindurch schauen.






Welche Fragen werden mir dort gestellt?

Der Frauenarzt wird dir wahrscheinlich folgende Fragen stellen:

  • Ob und seit wann du deine Periode hast?
  • Welche Krankheiten du bisher schon hattest und ob du schon einmal operiert wurdest (z.B. Blinddarm, Mandeln)?
  • Ob die Periode immer pünktlich sind?
  • Wann du die letzte Periode hattest? (Regelkalender?)
  • Ob du Probleme bei der Periode hast (z.B. Schmerzen, sehr starke Blutung)?
  • Ob du schon einmal Geschlechtsverkehr hattest?
  • Warum du die frauenärztliche Sprechstunde aufsuchst?


Wo liegt das Jungfernhäutchen genau?

Das Jungfernhäutchen ist bei kleinen Mädchen ein relativ straffes Häutchen, das den Scheideneingang schützt, ihn aber nicht komplett verschließt. In der Pubertät wird das Jungfernhäutchen unter dem Einfluss der weiblichen Sexualhormone, sogenannte Östrogene, nachgiebig und umschließt den Scheidengang in aller Regel nur noch als weicher Saum. Form und Beschaffenheit des Jungfernhäutchens kann aber durchaus unterschiedlich sein. Das Menstruationsblut kann leicht durch die Scheide abfließen, auch für einen Tampon ist das Jungfernhäutchen bei einem Mädchen, das menstruiert, leicht passierbar, ohne das Jungfernhäutchen zu verletzen.

Selbst beim „ersten Mal“ ist das Jungfernhäutchen bei vielen Mädchen elastisch genug, dass der Penis des Jungen eindringen kann, ohne dass etwas verletzt wird und ohne dass es blutet. Manchmal reißt es allerdings auch schon viel früher zB beim Fahrradfahren oder Reiten. Daher kann man mittels ärztlicher Untersuchung gar nicht sagen, ob ein Mädchen noch Jungfrau ist oder nicht.

Geht bei der Untersuchung nicht das Jungfernhäutchen kaputt?

Nein. 

Wenn du bei deinem ersten Frauenarztbesuch noch Jungfrau bist und keine größeren Beschwerden oder Probleme hast, die eine Untersuchung zwingend erforderlich machen, untersuchen dich die meisten Frauenärzte/innen gar nicht auf dem Untersuchungsstuhl. 

Wenn aus irgendwelchen Gründen eine Untersuchung doch besser wäre oder wenn du das vielleicht sogar möchtest, dann gibt es besonders kleine Instrumente. Dadurch kann deine Frauenärztin/ dein Frauenarzt in deine Scheide hinein sehen, das Jungfernhäutchen wird aber sicher nicht verletzt. 

Vielleicht reicht es auch, wenn der Frauenarzt einen Ultraschall vom Bauch aus macht, wenn du beispielsweise Bauchschmerzen hast. Diese Untersuchung tut gar nicht weh, außerdem ist es sehr spannend, wenn du deine eigene Gebärmutter und deine eigenen Eierstöcke auf dem Monitor sehen kannst.


Fragen zur Pubertät

Was bedeutet eigentlich Pubertät?

Die Pubertät ist die Geschlechtsreife. Sie stellt für Jungen und Mädchen einen bedeutenden Lebensabschnitt dar. Die Pubertät beginnt bei den Mädchen zwischen dem 9. und 14. Lebensjahr, bei den Jungen oft etwas später.

Die so genannten Geschlechtshormone, die in deinen Eierstöcken produziert werden, lösen den Beginn der Pubertät aus. Diese Hormone werden an die Blutbahn abgegeben und führen zu vielen körperlichen Veränderungen. Du wirst vom Mädchen zur Jugendlichen und zur jungen Frau! Körpergröße und Körpergewicht nehmen zu, und deine Figur wird betont weiblich. Deine Brüste entwickeln sich, ebenso die Scham- und Achselbehaarung. Die Periode stellt sich ein. Auch die Beckenknochen werden breiter. Dies ist für spätere Schwangerschaften und Geburten wichtig.

Aber nicht nur körperlich entwickelst du dich!

Auch dein ganzes Wesen, deine Einstellung zum Leben, dein Fühlen und Denken verändern sich in dieser Zeit. Du möchtest mehr und mehr selbständig sein. Vielleicht fängst du auch an für jemanden zu schwärmen und dich zu verliebst. Du könntest auch bemerken, dass sich andere für dich interessieren, und mit ihnen flirten. Oft ist dies die Zeit, wo man seinen ersten festen Partner hat, manchmal dauert es aber auch noch einige Jahre. Es ist nur wichtig, dass man sich damit wohl fühlt. Die Pubertät ist auch die Zeit, in der die Sexualität erwacht. Jungen bekommen ihre erste Erektion und als Mädchen wird man untenrum feucht, wenn man erregt ist, also Lust auf sexuelle Kontakte hat. Das ist ganz normal. Man hat das Bedürfnis zu schmusen und küssen und vielleicht auch irgendwann mit der Person zu schlafen, also Geschlechtsverkehr haben. Wichtig ist, dass man das erst tut, wenn sich beide dafür bereit fühlen. Dein Leben verändert sich!


Fragen zum ersten Mal

Kann man schon beim ersten Mal schwanger werden?

Ja.

Wichtig ist, dass es dabei sogar egal ist ob du deine Periode schon hast oder nicht. Dein erster Eisprung findet auch vor deiner ersten Periode statt und du bemerkst ihn nicht.  

Wenn du um den Zeitpunkt deines Ersten Mals deinen Eisprung hast, kannst du schwanger werden. Wichtig zu wissen ist, dass die Samenzellen des Mannes - Spermien - , können im weiblichen Körper bis zu 7 Tage überleben, damit kannst Du z. B. am Donnerstag, wenn das Ei springt, noch schwanger werden, obwohl Du bereits am Wochenende vorher Sex hattest. Auch beim ersten Mal können dann also die Spermien des Mannes/Jungen das Ei befruchten und zu einer Schwangerschaft führen. Deshalb ist es sehr wichtig, dass Du Dir zusammen mit Deinem Freund rechtzeitig Gedanken über die Verhütung machst: Meistens geht es dabei um die Pille und das Kondom.

Am besten gehst du zu einem Frauenarzt und lässt dich in Ruhe beraten.

Wie schützen sich Lesben vor Geschlechtskrankheiten

Für lesbische Frauen, also Frauen die andere Frauen lieben, aber auch für andere Menschen die Oralverkehr haben, gibt es sogenannte Lecktücher. Lecktücher sind sehr dünne Tücher die die Übertragung von Krankheitserregern verhindern, man legt sie einfach über die Vulva. Sie sind relativ teuer, deshalb kann man alternativ auch einfach ein Kondom oder Gummihandschuh aufschneiden und dann auf die Vulva legen.

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Wir freuen uns über Ihre Spende

ZERVITA e.V. ist ein gemeinnütziger Verein mit dem Ziel, die Bevölkerung einheitlich und qualitativ hochwertig über Gebärmutterhalskrebs und die ursächlichen Humanen Papillomviren aufzuklären. Zu diesem Zweck stellen wir für die Allgemeinheit, Ärzte und Organisationen kostenlos Flyer zur Verfügung und pflegen zielgruppenorientierte Webseiten. Zur Deckung der Kosten freuen wir uns über eine Spende – jeder Beitrag hilft, damit wir weiterhin kostenlos informieren können.