Hotline

Hotline

Individuelle Informationen beim KID:

Telefon: 0800 - 420 30 40

Ausland: 0049 - 62 21 - 99 98 000

E-Mail: krebsinformationsdienst@dkfz.de

HPV-Impfstoffe

In Studien verhinderten die Impfstoffe erfolgreich anhaltende Infektionen mit HPV 16 und 18 sowie durch diese HPV-Typen verursachte Krebsvorstufen. Bisher wurden drei HPV-Impfstoffe (Gardasil®, Gardasil®9 und Cervarix®) entwickelt, die alle vor einer Infektion mit den zwei häufigsten Krebs verursachenden HPV-Typen (HPV 16 und 18) schützen.

Gardasil® 9

Mitte des Jahres 2016 kam der neue nonavalente Impfstoff Gardasil® 9 von Sanofi Pasteur MSD auf den Markt.
Dieser schützt im Vergleich zu Gardasil vor fünf weiteren HPV-Hochrisiko-Typen. Die insgesamt sieben Hochrisiko-Typen (16, 18, 31, 33, 45, 52, und 58), in diesem Impfstoff, sind gemeinsam für fast 90% der Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich. Außerdem wird mit dem Impfstoff auch weiterhin den beiden häufigsten Genitalwarzen auslösenden HP-Viren 6 und 11 vorgebeugt, welche zu den Niedrigrisiko-Typen gehören
Gardasil 9 wird für Mädchen zwischen 9 und 14 Jahren in einem Zwei-Dosen Schema empfohlen, ab 15 Jahren in einem Drei-Dosen Schema.
Sanofi Pasteur MSD hat versichert, dass Gardasil 9 bezüglich Wirksamkeit und Immunogenität alle angestrebten Ziele erfüllt hat. Das Sicherheitsprofil entspricht dem von Gardasil.

Gardasil®

Der Vierfachimpfstoff Gardasil® richtet sich gegen die Hochrisiko-Typen 16 und 18 und gegen die Niedrigrisiko-Typen 6 und 11. Gardasil ist von der Europäischen Arzneimittelbehörde (European Medicines Agency EMEA) seit September 2006 zugelassen zur Vorbeugung von hochgradigen Zellveränderungen (Dysplasien, Krebsvorstufen) der Zervix (CIN 2 und 3), Zervixkarzinomen sowie hochgradigen Dysplasien im äußeren Genitalbereich (Vulva), die durch die HPV-Typen 16 und 18 verursacht werden können. Zusätzlich schützt er im Rahmen der Kreuzprotektion gegen weitere krebsauslösende HPV-Typen.
Außerdem schützt Gardasil vor Genitalwarzen (Feigwarzen, fachsprachlich Condylomata accuminata), die als Folge einer Infektion mit den HPV-Typen 6 und 11 entstehen können. Im Juni 2014 erhielt Gardasil von der European Medicines Agency (EMA) die erweiterte Zulassung zur Prävention analer präkanzerösen Läsionen und des Analkarzinoms.

Cervarix®

Der bivalente Impfstoff Cervarix® wurde im September 2007 in Europa zugelassen. Er schützt ebenfalls vor einer Infektion mit den Hochrisiko-Typen 16 und 18 und die dadurch bedingten hochgradigen Zellveränderungen (Dysplasien, CIN 2 und 3, Krebsvorstufen) am Gebärmutterhals und dem daraus entstehenden Gebärmutterhalskrebs. Im Rahmen der Kreuzprotektion schützt der Impfstoff vor weiteren Hochrisiko-Typen, die nicht im Impfstoff vorhanden sind. Diese Kreuzprotektion erstreckt sich unter anderem auch auf die Virustypen 31 und 45, denen ein hohes onkogenes Potential zugesprochen wird.  

Aktuelle Impfempfehlung

Die STIKO empfiehlt eine generelle Impfung gegen humane Papillomviren (Typen HPV 16, 18) für alle Mädchen im Alter von neun bis 14 Jahren. Versäumte HPV-Impfungen sollen spätestens bis zum vollendeten 18. Lebensjahr nachgeholt werden. Die vollständige Impfserie sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr abgeschlossen sein.
Epidemiologisches Bulletin Nr. 34 / 25. August 2014


Neues Impfschema seit Anfang 2014

Für einen optimalen Impfschutz sind altersabhängig zwei bis drei Injektionen des HPV Impfstoffs innerhalb von 6 Monaten erforderlich.

3-Dosen Schema:
Ab einem Alter von 14 Jahre (Gardasil) bzw. 15 Jahre (Cervarix) erfolgt die Grundimmunisierung durch drei Impfdosen innerhalb von sechs Monaten (Monate 0-1-6 bei Cervarix, Monate 0-2-6 bei Gardasil).

2-Dosen Schema:

Für Kinder von neun bis 13 Jahre (Gardasil) bzw. 14 Jahre (Cervarix) ist seit Anfang 2014 ein 2-Dosen-Schema zugelassen, wobei sechs Monate nach der Erstinjektion die zweite Injektion erfolgt.

Zusammenfassungen des EPAR (European public assessment report) für die Öffentlichkeit

Die European Medicines Agency veröffentlicht auf Ihrer Homepage Informationen zu den drei HPV-Impfstoffen Gardasil9, Gardasil und Cervarix.

Die Zusammenfassungen des EPAR für die Öffentlichkeit für Gardasil9, Gardasil und Cervarix stehen hier zum Download zur Verfügung.